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SUMMARY:Kunst unterwegs: „Erinnerung“ auf dem Friedhof Neuruppin
DESCRIPTION:Kunst unterwegs: „Erinnerung“ auf dem Friedhof Neuruppin\nDer Neuruppiner Friedhof an der Wittstocker Allee steht in voller Blüte. Was viele vielleicht nicht wissen: Kunstwerke bedeutender Bildhauer aus dem 19. und 20. Jahrhundert prägen sein Gesicht. Namen wie Max Wiese\, Wieland Schmiedel\, Heinrich Pohlmann tauchen auf. Auch mit Kunstdiebstahl hat sich die Friedhofsverwaltung in den vergangenen Jahren beschäftigen müssen. \n\nAm Freitag\, 5. Juni\, lädt das Projekt „Kunst unterwegs“ um 16 Uhr zu einem Kunstspaziergang auf den Neuruppiner Friedhof an der Wittstocker Allee mit der Friedhofsverwalterin Susann Wernicke ein. Treffpunkt ist die Friedhofskapelle. \n\nDie wichtigste Rolle in Sachen Kunst auf dem Neuruppiner Friedhof spielt der Bildhauer Wieland Schmiedel (1942 – 2021). In den 90er Jahren wurde er von der Evangelischen Kirchengemeinde Neuruppin beauftragt\, ein Gesamtprojekt für die Gestaltung der Kriegsgräber auf dem Friedhof zu erarbeiten. Die Neugestaltung sollte an die Männer\, Frauen und Kinder erinnern\, die durch Krieg und Gewalt ums Leben kamen und zu einem großen Teil in Massengräbern und anonym ihre letzte Ruhe auf dem Neuruppiner Friedhof fanden. Schmiedels Konzept überzeugte und wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde und ihrer Friedhofsverwaltung mit Unterstützung des Landes Brandenburg\, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der Stadt Neuruppin 1999 umgesetzt. \n\nWenn man heute den Friedhof betritt\, wird man an jedem der drei Eingänge von einer schlichten Stele aus Beton empfangen mit einem mahnenden Schriftzug und Hinweis auf die fast 1.000 Gräber der Opfer von Krieg und Gewalt\, Flucht und Vertreibung. Sie eröffnen zugleich ein Gesamtkunstwerk aus Stelen\, Begrenzungssteinen\, Schriftplatten und Skulpturen\, die sich durch den Friedhof ziehen und aufeinander Bezug nehmen.  Die Sandsteinskulptur der „Mutter“ auf dem Gräberfeld der Kinder\, die Plastik „Pieta“ (Trauernde/Liegender)\, die Relief-Wegplatten vor dem Denkmal „Hohes Kreuz“ am Ehrenfriedhof oder die „Zerschlagene Platte“ – ein rostiges Eisenkreuz\, das reinen\, weißen Marmor zerschlägt – gehören dazu und sind besonders eindringliche Kunstwerke von Wieland Schmiedel. \n\nEin Jahrhundert zuvor lebte der Bildhauer Heinrich Pohlmann (1839 – 1917). Er schuf u.a. mehrere Figuren an der Königlichen Münze\, im Palais des Reichskanzlers und auch die kolossale sitzende Germania auf dem Reichskanzleramt. Von ihm stammt die Galvanoplastik „Maria“\, die einst das Grab des Malers und Grafikers Karl Arthur Müller schmückte und sich später auf einer Gemeinschaftsgrabanlage befand. 2018 wurde die Figur gestohlen und durch eine Kopie aus Stein ersetzt. Im Zuge einer Kunstraubermittlung ist die „Maria“ nach vielen Jahren wieder aufgetaucht und wurde erst vor wenigen Wochen vom LKA Berlin wieder an den Neuruppiner Friedhof übergeben. \n\nSusann Wernicke\, die Friedhofsverwalterin\, hofft darauf\, dass noch ein weiteres Kunstwerk wieder ausfindig gemacht wird: die Marmorfigur des „Auferstandenen Jesus“ von Max Wiese (1846 – 1925). Der Bildhauer\, der für Neuruppin u.a. das Fontane- und das Schinkeldenkmal schuf\, fertigte die Figur 1917 für seine eigene Familiengrabstätte. Die Grabstätte mit der Marmorfigur wurde auf dem Alten Evangelischen Friedhof errichtet\, der in den 1960er Jahren eingeebnet wurde. Die Marmorstatue kam auf den Neuen Friedhof an der Wittstocker Allee und wurde dort 2019 gestohlen. \n\nUnd dann gibt es da noch die „Ramsundsritzung“\, das „Geschlungene Tuch“ oder die Jesusfigur an der Kapelle. So viele Geschichten – und Susann Wernicke kennt sie alle. \nDer Eintritt zur Führung ist frei. Jeder kann kommen. \n\nDas Projekt „Kunst unterwegs“ will mit Kunstspaziergängen und Kunstaktionen dazu beitragen\, dass Kunst im öffentlichen Raum von Neuruppin neu entdeckt\, wahrgenommen und bewahrt wird. Gefördert wird das Projekt durch die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH\, der Stiftung Soziales Neuruppin\, die Stadt Neuruppin und den Landkreis Ostprignitz-Ruppin. \n\n\nDie nächsten Termine „Kunst unterwegs“: \nFr 5. Juni | 16 Uhr | Friedhof Neuruppin \nErinnerung Kunstspaziergang Friedhof mit Susann Wernicke |ab Friedhofskapelle \n  \nMi 8. Juli I 17 Uhr | Neuruppin \nTonspuren Kunstspaziergang Gildenhaller Keramik in Neuruppin mit Hendrik Schink | ab Fontane-Therme \n\nDi 4. August | 17 Uhr | Wiese am Rathaus \nErich Arendt Kunstaktion mit Geli Schulze an der Skulptur von Wieland Förster | Wiese am Rathaus Fehrbelliner Straße
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