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Wechselausstellung im Museum Neuruppin bis 14.02.2022

27. Januar - 14. Februar

Museum Neuruppin

Wechselausstellung im Museum Neuruppin

Am 3. Oktober 2021 eröffnete das Museum Neuruppin seine neue Wechselausstellung anlässlich des 100. Jubiläums der Gründung der Gildenhall Freiland-Siedlung:

Vor über 140 Gästen feierte das Museum Neuruppin am Sonntag im Neuruppiner Tempelgarten die Eröffnung seiner neuen Wechselausstellung. Die farbenfrohe Ausstellung mit über 80 Leihgaben von 25 privaten Leihgebern und von Museen wie dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig, dem Lippischen Landesmuseum Detmold, dem Bauhaus-Museum/Klassik Stiftung Weimar und anderen sowie vielen Stücken aus der Sammlung des Museum Neuruppin hat die Besucherinnen und Besucher begeistert. Anwesend waren auch einige Nachfahren von Gildenhallerinnen und Gildenhallern. Begleitet wurde die Eröffnung durch Tanzsequenzen unter dem Titel „Tanz auf dem Vulkan“, in denen sich die Tanzpädagogin Gritt Maruschke mit ihren
Schülerinnen mit der damals revolutionären Idee „Gildenhall“ auseinandersetzte. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch das Saxophontrio „Les Connaisseurs“.

Die Siedlung Gildenhall entstand ab 1921 am Ostufer des Ruppiner Sees. Der Berliner Zimmer- und Baumeister Georg Heyer hatte eine stillgelegte Ziegelei sowie das umliegende Gelände gekauft. Hier errichtete er ein Sägewerk, eine Zimmerei und eine Bautischlerei sowie ein Wohnhaus für seine Familie. Seinem Siedlungsaufruf folgten Handwerker:innen und Künstler:innen, die sich ebenfalls in Gildenhall niederließen. In diesem Siedlungsprojekt verband sich moderne Architektur mit lebensreformerischen Wohn- und Arbeitsidealen. Einige der Künstler:innen hatten in Weimar am Bauhaus studiert und brachten dessen handwerkliches Selbstverständnis und neue Gestaltungs-Prinzipien in Gildenhall ein. Auch die Ideen des Deutschen Werkbundes beeinflussten das Projekt Gildenhall. Die Gildenhallerinnen und Gildenhaller organisierten sich als Genossenschaft und verwirklichten ein alternatives Lebens- und Wirtschaftskonzept. Es war der Versuch, ein Lebensmodell zu finden, das sich abgrenzte zu den großstädtischen Arbeits- und Lebensverhältnissen mit entmenschlichter Massenproduktion, Wohnungsnot, den unhygienischen Verhältnissen, der weit verbreiteten Arbeitslosigkeit, dem Massenelend nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Gildenhall stand für solides Handwerk, hohe praktische und ästhetische Qualität der Produkte für den täglichen Gebrauch sowie eine gesunde natürliche Lebensweise. Gildenhaller Produkte fanden viel Anerkennung auf überregionalen Verkaufs- und Ausstellungsmessen. Ende der 1920er Jahre blieben infolge der Weltwirtschaftskrise auch in Gildenhall die Aufträge aus, die Verschuldung nahm zu, Werkstätten gingen bankrott. Die Liquidation der Handwerkerschaft im Februar 1933 war der letzte Akt dieses einst so hoffnungsvollen Unternehmens.

Doch was blieb von Gildenhall? Wie prägte die Gildenhaller Zeit die Menschen? Was nahmen die Gildenhaller Frauen und Männer mit auf ihren weiteren beruflichen und künstlerischen  Lebensweg? Die Ausstellung geht den Spuren der Gildenhaller Protagonist:innen nach. Die von Hendrik Schink, Gründungsmitglied des Vereins Gildenhall Horizonte e.V., kuratierte Ausstellung
präsentiert Objekte der Gildenhallerinnen und Gildenhaller, auch aus den Jahren nach ihrem Aufenthalt am Ruppiner See.
Im Rahmen eines umfangreichen Begleitprogramms werden Vorträge sowie Kreativ-Workshops angeboten.

Für den Besuch der Ausstellung im Neubau des Museums wird darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Besucher:innen im Ausstellungsbereich begrenzt ist. Es gelten die aktuellen Hygieneregeln und -maßnahmen. Dazu gehört aktuell das korrekte Tragen über Mund und Nase von FFP2-Masken im Museum. Zur Kontaktverfolgung kann beim Ein- und Auschecken die luca-App genutzt werden, Kontaktformulare in Papierform stehen aber auch zur Verfügung. Weitere Hinweise befinden sich auf der Homepage  oder können beim Museumsteam telefonisch oder per Email erfragt werden.

Details

Beginn:
27. Januar
Ende:
14. Februar
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:

Veranstalter

Museum Neuruppin
Telefon:
03391 355 5100
E-Mail:
info@museum-neuruppin.de
Webseite:
www.museum-neuruppin.de

Veranstaltungsort

Museum Neuruppin
August-Bebel-Straße 14/15
Neuruppin, 16816 Deutschland
Google Karte anzeigen
Webseite:
https://neuruppin.net/unternehmen/museum-neuruppin/

Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


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Kontakt

Kristina Hannaleck

Tel.: 0170 9250227 oder per EMail an info@neuruppin.net oder nutzen Sie unser Kontaktformular

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